Die Regeln des Kostüm-Spiels: Wie bewertet die DCM?

Über die DCM kursieren viele Gerüchte: Sie sei eine reine „Nähmeisterschaft“. Man gewinne eher mit einer Schuluniform als mit einem vermeintlich aufwändigen Kostüm, z.B. einer Rüstung. Die Jury und die Konkurrenz seien unerbittlich; da machten nur Leute mit, die vergessen hätten, dass Cosplay doch vor allem Spaß machen soll. Kurz: das „Play“ in „Cosplay“ komme viel zu kurz. Dabei erfreut sich die DCM großer Beliebtheit: An den Vorentscheiden nahmen dieses Jahr fast 100 Cosplayer teil, und das Finale auf der Frankfurter Buchmesse werden wieder 2000 Zuschauer live verfolgen. Die DCM hat einen festen Platz in der Convention-Szene und ist ein Garant für Qualität.

Was bedeutet es aber für einen Wettbewerb, sich „Deutsche Meisterschaft“ zu nennen? „Diesem Titel gerecht zu werden, ist uns natürlich sehr wichtig“, sagt Peter Müller alias „Ken Hopkins“, der Erfinder der Deutschen Cosplaymeisterschaft. „Und dazu gehört vor allem ein fair geregelter und gerecht ablaufender Wettbewerb, der neben der super Show auch inhaltlich überzeugt und auf einem starken Fundament steht.“ Diese Basis ist das DCM-Regelwerk, das genaue Vorgaben für die Bewertung macht, auf die „sich die Teilnehmer verlassen können“, so Peter. Die Vollversion des Regelwerks, mit der das DCM-Team arbeitet, ist mittlerweile stolze 44 Seiten lang.

Was steckt hinter diesem Werk, und was macht die Jury vor Ort daraus? Dazu haben wir auf den Vorentscheiden von April bis August mit Juroren und Teilnehmern gesprochen. Was erwartet die Cosplayer bei der DCM, wie läuft die Bewertung ab? Wie hat sich der Wettbewerb über die Jahre verändert, und worauf kommt es diesmal an, wenn am 13.10. der „Deutsche Cosplaymeister 2013“ gekürt wird?
Die Kostümbewertung
 
Hinter der DCM steht die Idee, dass neben der Performance auch das Kostüm des Cosplayers ganz genau bewertet wird, um die Arbeit der Fans zu würdigen. Dazu gibt es schon seit der 2. Meisterschaft (2008) eine eigene „Kostümbewertung, welche abgekoppelt und in Ruhe vor den Bühnenauftritten stattfindet“ (Peter). Hier hat jeder Teilnehmer genau vier Minuten Zeit, um den Fachleuten der Jury sein Kostüm zu präsentieren und ihre Fragen zu beantworten.

Chiko-chan im überarbeiteten Kostüm

Die Kostümbewertung soll aber keine Prüfung sein: Schon bei der Anmeldung für den Wettbewerb kann jeder Cosplayer entscheiden, ob er die offene Kritik der Jury hören möchte oder nicht. Dann geben die drei (im Finale: fünf) Juroren wertvolle Tipps, was man am Kostüm noch verbessern könnte. Cosplayerin „Chiko-chan“, die seit der ersten DCM dabei ist, erzählt: „Für die Korsage habe ich im Finale 2012 relativ viel Kritik bekommen, deshalb habe ich sie nochmal neu genäht. Dadurch, dass ich das Kostüm schon mal getragen habe, konnte ich die Kritik der Jury mitnehmen und in diesem Jahr neue Techniken ausprobieren.“ Auch für Finalistin „Sayuri_Tanaka“ war das Feedback der Jury im letzten Jahr wichtig: Die Nähspezialistin möchte für die DCM besonders sauber arbeiten; sie hat sich auch von Freunden Tipps geholt, die schon einmal im DCM-Finale standen.

Die Kostümbewertung ist also wie ein Fachgespräch, bei dem sich Jury und Teilnehmer über Materialien und Techniken austauschen – denn bei jedem Kostüm gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man es umsetzen kann. Anders als beim Bühnenauftritt hat der Cosplayer hier noch die Möglichkeit, der Jury sein Kostüm zu erklären: „Sie haben mir einzelne Fragen zum Cosplay gestellt, und auf was ich beim kompletten Cosplay stolz bin“, freut sich „-Anri“ nach ihrer ersten Teilnahme auf dem CosDay.

Wer ist überhaupt „die Jury“?

Wie fast alle im DCM-Team sind es „leidenschaftliche Cosplayer“ (Peter), darunter auch die Deutsche Meisterin 2011, Julia G. alias „Lan“: „Ich hab vorher als Teilnehmer mitgemacht, und dann hab ich mir gedacht, dann kannst du jetzt auch mal die andere Seite kennen lernen, um zu gucken, wie wird das Ganze bewertet. Wie läuft es ab, und was genau sind die Kriterien.“ Nachdem sie schon bei anderen Wettbewerben in der Jury saß, findet Lan: „Das DCM-System ist das fairste und das beste.“

Ganz gleich, wie viel Erfahrung sie selbst als Cosplayer haben, zuerst müssen sich die potenziellen Juroren um den Posten bewerben. So auch „Naraku“, die auf dem Vorentscheid in München als Jury-Praktikant dabei war: „Ich mache genau das gleiche, was auch die Jury macht, ich lerne das Punktesystem kennen und ich fülle den kompletten Bewertungsbogen aus, aber er wird nicht gezählt und hat am Ende keinen Einfluss auf die Preisverleihung.“ Der Juryleiter, der das Juroren-Team führt, kann dann sehen, wer für den stressigen Job geeignet ist: Der Juror soll „offen und freundlich“ mit den Teilnehmern umgehen, „den Bewertungsbogen richtig einsetzen und auswerten, und klar zwischen den einzelnen Bewertungskriterien unterscheiden“, so DCM-Chef Peter.

Das Jury-Team auf dem CosDay in Frankfurt

Die Juryleiter, die jeder nur ein bis zwei regionale Vorentscheide betreuen, werten selbst nicht mit, achten aber darauf, dass die Jury kompetent ist und dass die Spielregeln eingehalten werden. „Als Juryleiter bin ich dafür verantwortlich, dass ich ein Juryteam erstelle, beaufsichtige, dass ich die Bildunterlagen, die eingereicht werden, prüfe und Fragen der Teilnehmer beantworte“, erklärt Juliane „Shizuku“ auf dem Vorentscheid in Berlin. Ihr guter Rat ist zum Beispiel gefragt, wenn ein Teilnehmer kein brauchbares Vorlagenbild eingereicht hat, das die Jury mit dem Kostüm vergleichen kann: „Bei den Bildern ist es wichtig, dass der Charakter von vorne zu sehen ist, am besten Ganzkörper von Kopf bis Fuß, und dass man alle Details erkennen kann. Vor allem bei Kostümen, die aus Rüstungsteilen bestehen, sollten auch Detailbilder vorhanden sein.“ Gibt es keine gute Vorlage, empfiehlt die Juryleiterin auch mal, „dann doch ein anderes Kostüm zu wählen.“ Denn der Vergleich mit dem Original kann viele Punkte kosten, wenn das Kostüm zu frei umgesetzt wurde: „Es ist ein Cosplay-Wettbewerb und kein ‚wer hat das schönste Design‘- Wettbewerb,“ meint Peter.

Damit die Jury beurteilen kann, wie gut jeder Cosplayer seinen Charakter umgesetzt hat, bereitet sie sich intensiv vor: „Wir bekommen die Bilder ein paar Tage vorher von unserem Juryleiter per E-Mail“, erklärt Jurorin „Ai-Megumi“. „Dann machen wir uns mit den Bildern schon vertraut, achten auf bestimmte Merkmale, Waffen, Details, dass wir da nicht vor Ort erst ganz genau ins Detail reinschauen.“ Die Besonderheiten des Kostüms und mögliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung werden so schon vorher abgeklärt. Lan geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wenn ich die Serie gar nicht kenne, dann schau ich mir auf Youtube manchmal Videos an, von Spielen schau ich mir dann Let’s Plays an, um einfach mal zu gucken, wie ist dieser Charakter.“ Für Lan ist es spannend zu sehen, „wie die Teilnehmer es umsetzen, und da freu ich mich auch schon drauf.“

Lob und Kritik

Wenn dann der große Tag gekommen ist, sind die Teilnehmer erstmal nervös: „Ich war erst ein bisschen aufgeregt, die Jury ist aber super nett“, meint „Mondfee_Luna“, die auf dem CosDay in Frankfurt zum ersten Mal bei der DCM mitmacht. „Es wurde mir erstmal erklärt, was da so in etwa abläuft, und ob offene Bewertung erlaubt ist. Dann sollte ich meine Arme mal ausstrecken, die drei Juroren sind um mich rumgegangen, haben mal angefasst, mal gezupft, aber alles ganz leicht nur. Zwar genau geguckt, aber nicht irgendwie mal geschaut, was der Cosplayer für Unterwäsche drunter hat“, erzählt Luna lachend. „Also da muss man sich dann auch keine Sorgen machen, dass man so genau kontrolliert wird.“

Besonders wichtig ist der Jury der Gesamteindruck, erklärt Juryleiterin Shizuku: „Der Teilnehmer stellt sich erstmal in Position, so dass die Jury aus einem Abstand von ein bis drei Metern den Teilnehmer in Ruhe begutachten kann.“ Das Kostüm sollte vollständig umgesetzt sein und den Charakter glaubhaft darstellen, idealerweise, als wäre er „direkt aus’m Bild gesprungen“, meint Ai-Megumi.

Nähte und Säume werden ebenso begutachtet…

Bei der anschließenden Detailbewertung kommt es darauf an, die Arbeit des Cosplayers zu loben: „Wenn ich einen Kritikpunkt habe, kombiniere ich ihn immer mit etwas, das mir besonders gut an dem Kostüm gefällt“, erläutert Ai-Megumi. „Damit der Cosplayer sich nicht zu sehr erschossen fühlt, dass nur gesagt wird, das ist schlecht, sondern er weiß auch, die und die Sachen findet die Jury sehr schön.“ Die Cosplayer nehmen das dankbar an: „Also sie fanden zum Beispiel bei mir sehr gut, dass ich die Schmucksteine selber gegossen hab und das alles selber gemacht hab“, berichtet „Touichi“, die sich mit ihrem „Utena“-Kostüm einen Finalplatz gesichert hat. „Was nicht so gut ist, dass an meiner Uniformjacke hinten der Schlitz zu hoch geht, so dass mein Hosenrand zu sehen ist, aber ich seh mich selber hinten nicht, deswegen ist mir das nicht aufgefallen. Und so allgemein haben sie mir halt noch so Tipps gegeben, wie ich zum Beispiel das noch n bisschen figurbetonter hätte nähen können, das fand ich sehr, sehr gut.“

…wie Schmuck und Bastelarbeiten.

Die Juroren, die selbst Cosplayer sind, wissen die Arbeit zu schätzen, die in einem DCM-Kostüm steckt: „Man sieht, dass die Cosplayer viel Mühe reinstecken, und das finde ich auch sehr wichtig, dass viel Engagement dahinter steckt und sehr viel Liebe“, schwärmt Ai-Megumi. „Natürlich gab es auch viel zu loben“, resümiert Jurorin „Inulein“ nach dem Münchner Vorentscheid, „dann macht es auch viel mehr Spaß. Die Qualität war durchgehend sehr hoch, ich glaube, jeder Juror kann sagen, er hat auch selbst noch was gelernt.“ Der Jury geht es nicht darum, Cosplayer ‚kleinzumachen‘, sondern sie „ein Stück weiterzubringen“, hebt ihre Juryleiterin Lucia „SaSu“ hervor. „Wir hatten diesmal einige Teilnehmer, die vorher schon mal bei der DCM teilgenommen haben, wo man wirklich eine Weiterentwicklung sehen konnte.“ Die „offene Kritik der Jury“ wird von den meisten Teilnehmern angenommen, weiß DCM-Urgestein Peter Müller, „da es nicht viele andere Möglichkeiten gibt, eine so sachliche und hilfreiche Kritik zu erhalten.“ In einer kompletten DCM-Saison seien es höchstens „eine Handvoll Teilnehmer“, die sich gegen die offene Kritik entscheiden – dann darf die Jury zwar Fragen stellen und das Kostüm begutachten, es aber nicht kommentieren. Dieser Wunsch wird immer respektiert, versichert Juryleiterin Shizuku.

Das Wertungssystem

Wie kommt aber nun die Entscheidung der Jury zustande? An der Idee der DCM, neben der Performance auf der Bühne vor allem die Verarbeitung des Kostüms und die Ähnlichkeit zur Vorlage zu bewerten, hat sich über die Jahre wenig geändert. An der Gewichtung der einzelnen Punkte und worauf die Jury genau achten sollte, wurde jedoch kräftig geschraubt: So gibt es seit der Paar-DCM 2012 den neuen Fächer-Bewertungsbogen, auf dem jeder Juror Punkte wie „Frisur/Makeup“, „Bastelarbeiten“ und „Farbgenauigkeit“ einzeln abhaken und jeweils 1 bis 8 Punkte vergeben kann.

„Beim alten Bewertungsbogen gab es sehr viel Freiraum“, erklärt DCM-Chef Peter. „So ließ sich ein Juror von großen Rüstungsteilen mehr beeinflussen, ein anderer vom Styling einer Perücke. Durch die Aufteilung in weitere Unterkategorien auf dem Bewertungsbogen, fallen die Bewertungen nun noch weit homogener aus als bei früheren oder anderen Systemen.“ Das neue System kommt bei den Juroren gut an: „Wir haben seltener Gleichstände als früher“, freut sich Juryleiterin SaSu. Die Entscheidung der Jury falle klarer aus, weil das differenzierte Punktesystem es erlaube, jeden Teil des Kostüms einzeln zu bewerten und gute Arbeit mit extra Punkten zu belohnen. „Man kann seine Gedanken zu jedem Teil gleich aufschreiben und muss nicht alles im Kopf behalten“, um am Ende eine abstrakte Gesamtnote vergeben zu müssen.

Auch Testjurorin Naraku ist überzeugt: „Man kann sagen, hey, da ist einer super im Perückenstylen, aber nicht so gut im Basteln oder umgekehrt, die Punkte gleichen sich dann aber aus. Jeder hat so seine Stärken, und da kann man richtig Punkte sammeln.“ Die Unterteilung auf dem Bewertungsbogen stellt sicher, dass sich alle diese Handarbeiten in der Note niederschlagen: „Es wird wirklich alles einbezogen und nicht nur die Kleidung und jede kleinste Naht“, stellt Ai-Megumi klar.
Was ist aber, wenn ein Kostüm gar keine Bastelarbeiten beinhaltet? Oder wenn es nur aus Rüstung besteht, so dass man gar nicht alle Stichpunkte bewerten kann? „Wenn zum Beispiel ein Cosplayer einen Helm trägt, dann gibt es die Kategorie ‚Frisur/Makeup‘, können wir ja dann in dem Fall nicht bewerten. Das soll für den Teilnehmer aber kein Nachteil sein, deswegen wurde eingeführt, dass man auch etwas streichen kann“, erklärt Shizuku.
Diese sogenannten „Streicher“ fallen dann aber nicht einfach weg: „Stattdessen wird hier nochmal der Gesamteindruck des Kostüms herangezogen, die möglichen Punkte werden also auf den Gesamteindruck umgelegt“, ergänzt SaSu. Wenn das Kostüm insgesamt überzeugt, kann der Cosplayer in der Gesamtnote umso mehr Punkte holen – auch wenn der Charakter keine beeindruckende Waffe hat oder seine modische Frisur immer unter einem Helm versteckt. Wichtig ist nur, dass alles, was auf der Vorlage zu sehen ist, auch tatsächlich umgesetzt wird: „Hat der Charakter Dinge in der Hand, also Waffen, dann müssen die auch alle vorhanden sein“ (Ai-Megumi).

SaSu (hier als Jurorin) begutachtet
das Kostüm einer Teilnehmerin

Und was ist mit dem alten Vorurteil von der „Nähmeisterschaft“? Ai-Megumi räumt ein: „Es wurde in den letzten Jahren bemängelt, dass man mit einer sehr gut umgesetzten, einfachen Schuluniform leichter ins Finale kommt als mit einem aufwändigen Kostüm, wo zwei, drei Sachen dran fehlen. Jetzt gibt’s die Sonderkategorie ‚Aufwand‘, und da kann halt jemand, der ein aufwändiges Kostüm hat, Sonderpunkte bekommen, und ein Kostüm, das einfach ist, wird damit natürlich weniger Punkte bekommen – bei einer Schuluniform vielleicht nur 3 von 8.“ Allerdings bedeutet Aufwand nicht gleich „großes Kostüm“ – die Jury schaut schon genauer hin: „Unter ‚Aufwand‘ verstehen wir nicht, wie aufwändig das Kostüm auf der Vorlage wirkt, sondern den Aufwand, den sich der Cosplayer mit seinem Kostüm gemacht hat. Denn auch eine einfache Schuluniform kann aufwändig umgesetzt werden, mit vielen Handarbeiten und Liebe zum Detail“, meint Juryleiterin SaSu. „Ein paar Streifen auf dem Stoff können genauso viel Aufwand machen wie ein pompöses Kleid.“

Und in der Tat haben wir in dieser DCM-Saison viele solcher beeindruckender Detailarbeiten gesehen: Von Hand aufstaffierte Zierstreifen, vielfarbige Stickereien, Rüschenberge und Perücken, die wie Skulpturen wirken. Was zählt, ist nicht die Breite des Kostüms oder die Anzahl der Overlock-Nähte: Letztlich geht es beim Cosplay darum, wie man seinen Charakter umsetzt – und dass das, was auf der Vorlage zu sehen ist, auch umgesetzt wird. Dann kann man die Jury, und ganz sicher auch das Publikum, von sich überzeugen.

Costume + Play = Cosplay?

DCM-Tage sind lang: Damit jeder Cosplayer genug Zeit hat, um der Jury ungestört sein Kostüm zu präsentieren, zieht sich die Kostümbewertung über einen ganzen Vormittag hin; im Finale ist dafür extra der ganze Samstag reserviert. Dann aber geht es endlich auf die große Bühne, wo die Cosplayer dem Publikum ihren Charakter vorstellen dürfen – im Finale hat dafür jeder Teilnehmer zwei Minuten Zeit. Wie gut, dass die Jury in der Zeit nicht noch das Kostüm bewerten muss, sondern sich ganz auf die Performance konzentrieren kann!

Michiyo-hime beim Auftritt auf der Animuc

Wie schon beim Kostüm, so wird auch die Auftrittswertung in mehrere Kategorien unterteilt: So achtet die Jury darauf, ob der Text gut vorgetragen wird oder ob der Auftritt gut vertont wurde – quietscht und rauscht die Hintergrundmusik, gibt es dafür ebenso Punktabzug wie für Texthänger. Ist die Auftrittsidee originell? Wie reagiert das Publikum? Mit einer tollen Performance kann man auch bei der DCM richtig punkten, wie der Blick auf den Bewertungsbogen zeigt: Bei maximaler Punktzahl macht das Kostüm 60% der Gesamtnote aus, der Auftritt immerhin noch 40%. Das sind also entscheidende 2 Minuten für die Cosplayer, auf die sich das Finalpublikum freuen kann!

Der Blick in das Mammut-Regelwerk lohnt sich also, wenn man verstehen will, wie bei der Cosplay-Meisterschaft gewertet wird. Aber muss jeder Teilnehmer die ganzen 44 Seiten durchlesen? „Nein“, sagt DCM-Chef Peter, „dafür gibt es das Teilnehmerregelwerk. Diese schlanke Version des Regelwerks enthält alle den Teilnehmer betreffenden Punkte aus dem Gesamtregelwerk.“ Dabei geht es zum Beispiel um Anmeldefristen, Auftrittsdauer, und welche Arten von Cosplays bei der DCM erlaubt sind. Zusätzlich sind die wichtigsten Punkte auf der DCM-Homepage aufgelistet, wo auch das Regelwerk zum Download bereit steht.

Warum braucht man überhaupt so umfangreiche Regeln, haben wir uns gefragt? Ist Cosplay nicht „nur“ ein Spiel? „Stellt euch mal ein Fußballspiel vor, bei dem die Spieler nicht wissen, für was und wann der Schiri pfeift“, wirft Peter ein. „Ich denke nicht, dass diese Spiele, ohne die nötigen klaren Regeln, fair ablaufen würden. Auf klare Regeln kann sich jeder einstellen, Schiri und Spieler. Unser Regelwerk erleichtert allen Beteiligten den Wettbewerb.“ Und wer es liest, oder einfach mal mit den „Schiris“ spricht und sich ihre Tipps anhört, kann vielleicht selbst bald ganz oben auf dem Treppchen stehen…

Wir drücken allen Cosplayern die Daumen, die in wenigen Tagen um den Meistertitel „kämpfen“ – auf ein friedliches und faires Finale! (Hier könnt ihr euch alle Finalisten nochmal ansehen.) Und natürlich wünschen wir allen Zuschauern eine tolle Show, und allen Cosplayern geniale Ideen für die Teilnahme im nächsten Jahr!

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