Bericht: „Das Kämpfen für einen Traum lohnt sich!“

Obwohl nun schon einige Zeit seit dem letzten Finale vergangen ist, ist in uns allen die Erinnerung an die grandiose Leistung der aktuellen Deutschen Cosplaymeisterin Nicole sicher noch sehr lebendig. Mit ihrer Verkörperung des Charakters „Horrorkid“ aus der Spielreihe „Zelda“ hat sie die Messlatte für die folgende Saison sehr hoch gelegt. Wir haben sie gebeten, das Finale aus ihrer Sicht noch einmal zu beschreiben. Viel Spaß beim Lesen!

 

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Foto: Daniel „FREAKed“ Schauer

„Vorweg muss ich sagen, dass ich mich bereits unglaublich auf dieses Wochenende gefreut habe. Für mich ist die DCM persönlich fast schon wie ein kleines alljährliches Familientreffen. Ich liebe die DCM dafür, dass man sich untereinander einfach so unendlich gut versteht. Ich fühle mich jedes Mal wie in einer großen Familie… sei es nun bei einem Vorentscheid oder im Finale selbst. Seit 2011 mische ich nun bei diesem Wettbewerb mit und ich habe nie auch nur ein Jahr bereut. Durch die Teilnahme habe ich wahnsinnig viel dazu gelernt und so unglaublich tolle und liebe Menschen kennengelernt, die jetzt sogar zu meinen sehr guten Freunden zählen. Ich will wirklich keinen Moment, keine einzige Erinnerung missen.

Klar war mit einer Teilnahme bei der DCM auch immer der große Traum verbunden, vielleicht doch einmal unter den Top 5 platziert zu werden oder gar wirklich zu gewinnen. Dahinter steckte bei mir auch noch der große Traum einer Reise nach Japan. Einfach weil ich auch noch nie in Japan war und das wohl mit einer meiner größten Träume ist. Allerdings glaubte ich persönlich, dass es immer ein Traum bleiben würde. Und dieses Jahr wurde dieser Traum doch wahr, womit ich wirklich nicht gerechnet habe! Und da heißt es immer, Träume würden nicht wahr werden… An dieser Stelle möchte ich noch sagen, dass sich das Kämpfen für einen Traum lohnt! Es mag nicht immer einfach sein und es gibt Hindernisse, aber irgendwann wird man für all das doch belohnt werden.

„Ich liebe Zelda einfach unglaublich!“

Für das Finale hatte ich mich zu Anfang für ein ganz anderes Kostüm entschieden, wobei ich dann allerdings mit der Wahl nicht mehr ganz zufrieden war, weil ich persönlich immer eher zu Kostümen und Auftritten tendiere, an denen auch mein Herz hängt. So fiel meine Wahl schließlich doch auf Horrorkid, weil ich Zelda unglaublich liebe. Horrorkid wollte ich schon lange einmal cosplayen, doch wusste ich auch eine lange Zeit lang einfach nicht, wie ich es wirklich gut umsetzen sollte und ob ich es wirklich gut verkörpern könnte.

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Foto: Van „Chikara“ Tran

Als ich mich dann entschieden habe, stand zu Anfang auch ein ganz anderer Auftritt fest, den ich dann allerdings umgeworfen habe, weil ich seine Geschichte nacherzählen wollte, die ich persönlich sehr, sehr traurig finde. Himmel, wie oft sind mir selbst bei der Erstellung der Audio die Tränchen gekommen!

Mein größter Lohn war allerdings all das positive Feedback. Ich habe mich unendlich gefreut, dass so viele nach meinem Auftritt sagten, wie toll er doch gewesen sei. Das war genau das, was ich mir erhofft habe. Ich wollte Zelda- und Nicht-Zelda-Fans berühren. 

„Man hilft sich untereinander.“

Ich fand auch dieses Finale wieder sehr gelungen und es war eine wirklich tolle Show. Die Stimmung unter den Teilnehmern selbst ist einfach immer phänomenal. Man kann es sich nicht besser wünschen. Bereits Samstag während den Bewertungszeiten in der Jugendherberge kann man ein gewisses Gefühl von Zusammenhalt spüren. Man hilft sich untereinander, tauscht sich aus und zittert zusammen. Mit tollen Leuten am Abend noch beim Japanischen Generalkonsul essen zu gehen und anschließend mit seinen Zimmergenossen den Abend zu verbringen, rundet den Tag perfekt ab. Das Gleiche gilt natürlich auch für den Finaltag. Man zittert zusammen hinter der Bühne, hilft sich gegenseitig noch einmal das Kostüm zu richten oder beim Aufbau der Requisiten. Nach der Generalprobe kann man untereinander Feedback austauschen und darüber diskutieren, was gut lief oder worauf man noch achten sollte. Es herrscht meiner Meinung nach einfach keinerlei Konkurrenzdruck bei diesem Wettbewerb.

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Foto: Van „Chikara“ Tran

Ich persönlich bin vor einer Performance immer furchtbar nervös. Wenn dann aber das Kostüm sitzt, die Requisiten stehen und auch ein Durchlauf des Auftritts funktioniert hat, legt sich mein persönlicher Stresspegel etwas. Habe ich dann noch Menschen um mich, die mir sagen, dass alles gut wird, ist das wirklich erleichternd.

Bis zur Siegerehrung war ich so eigentlich auch die Ruhe in Person. Klar war da der Wunsch, vielleicht unter den Top 5 platziert zu werden, aber ich habe eigentlich nicht damit gerechnet. Als die Siegerehrung begann, spukten in meinem Kopf viele Dinge herum, wie: „Ja, du warst noch nie unter den Top 5, egal!“ – „Okay, wenn die Platzierungen jetzt so sind, dann hast du eh keine Chance mehr“ oder „Okay, wieder nix… Aber was soll’s!“.

„Mir ist zuerst alles aus dem Gesicht gefallen.“

Aber dann hieß es, dass der Gewinner eine Figur aus „Zelda“ und in meinem Kopf hat sich alles Mögliche abgespielt von „Zelda, Zelda… Warte, Horrorkid ist auch aus Zelda, oder!?!?“, „Wir hatten zwei Charaktere aus Zelda!“, „WTF? Zelda? Ich vielleicht? Nee, unmöglich!“ bis „Bahahaha, are you kidding me?“ Und als dann tatsächlich Horrorkid benannt wurde, ja, da… ist mir zuerst alles aus dem Gesicht gefallen und direkt danach alles aus mir heraus gebrochen.

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Foto: Van „Chikara“ Tran

Ja, und ich freue mich wirklich unendlich darüber, was da an diesem Sonntag passiert ist und dass tatsächlich ein Traum für mich in Erfüllung gegangen ist. Es rührte mich auch unendlich, wie viele sich für mich gefreut haben und mit mir geweint haben. Danke also noch mal an dieser Stelle an alle Herzmenschen und alle anderen lieben Leute und Glückwunsch auch noch mal an alle anderen Gewinner!“

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